Welche Sicherheitsschuhe passen zu Ihrer Organisation?
Eine praktische Risikobewertung für die Auswahl des richtigen Sicherheitsschuhs
Beginnen Sie am Arbeitsplatz – nicht beim Schuh
Die Wahl des richtigen Sicherheitsschuhs beginnt nicht mit einem Schuhtyp, einer Sicherheitsnorm oder einer Klassifizierung. Sie beginnt am Arbeitsplatz. Und bei den Risiken, die dort täglich auftreten.
Wenn Sie in Ihrer Organisation für Sicherheitsschuhe verantwortlich sind, wissen Sie: Keine Arbeitsumgebung ist wie die andere. Deshalb gibt es auch keine Standardantwort auf die Frage, welcher Sicherheitsschuh benötigt wird.
Um festzustellen, welcher Sicherheitsschuh am besten zu Ihrer Organisation passt, ist es (gesetzlich) vorgeschrieben, eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen. Indem Sie für jedes (potenzielle) Risiko die richtigen Fragen stellen, wird deutlich, welche Schutzmaßnahmen erforderlich sind und welcher Sicherheitsschuh dazu passt.
In der Gefährdungsbeurteilung beziehen wir uns auf europäische Sicherheitsnormen (wie S1P, S2, S3) und Klassifizierungen (wie SR, FO, WR und ESD). Diese basieren auf der aktuellen ISO-Norm EN ISO 20345:2022.
Kurz zusammengefasst:
- Die Klassifizierungen (wie SR, FO, LG, SC, HRO, WR, HI, CI und ESD) sind zusätzliche Eigenschaften, die je nach Anforderungen des Arbeitsplatzes notwendig sind.
Frage 1: Ist Schutz vor Aufprall und scharfen Gegenständen erforderlich?
Jede Gefährdungsbeurteilung für Sicherheitsschuhe beginnt mit dieser Frage: Besteht für den Fuß ein Risiko durch Aufprall, Quetschung oder Durchtritt scharfer Gegenstände?
Stellen Sie sich folgende Fragen:
- Können Gegenstände auf den Fuß fallen?
- Kann der Fuß zwischen Materialien oder Fahrzeugen eingeklemmt werden?
- Besteht die Gefahr, dass der Fuß überrollt wird?
- Befinden sich scharfe Gegenstände auf dem Boden, wie Nägel, Metallreste oder Glas?
Wenn Sie eine oder mehrere dieser Fragen mit Ja beantworten, muss der Schuh den Fuß vor Aufprall und Durchtritt schützen.
Was bedeutet das für den Schuh?
- Bei Gefahr durch herabfallende Gegenstände oder Quetschungen ist eine Schutzkappe erforderlich. Das bedeutet, dass ein Sicherheitsschuh mit S-Sicherheitsnorm notwendig ist.
- Gibt es zusätzlich scharfe Gegenstände auf dem Boden? Dann ist ein Durchtrittschutz erforderlich. Je nach Situation kann dies ein metallischer Durchtrittschutz (P) oder PS, ein nichtmetallischer Durchtrittschutz (auf höchstem Niveau geprüft, mit kleineren, schärferen Nägeln), sein.
- In Arbeitsumgebungen, in denen viel gekniet, gekrochen oder in engen Räumen gearbeitet wird, ist der Schuh besonders stark beansprucht. In diesem Fall ist eine zusätzliche Klassifizierung wie eine abriebfeste Zehenschutzkappe (Scuff Cap, SC) sinnvoll.
Welche Sicherheitsschuhe passen dazu?
Die Kombination aus Aufprall- und Durchtrittschutz führt in der Praxis häufig zu:
- S1P oder S1PS – für trockene Arbeitsplätze mit scharfen Gegenständen
- S3 oder S3S – für anspruchsvollere Bedingungen, häufig auch in feuchten Umgebungen
Welche Option am besten geeignet ist, hängt von den Antworten auf die folgenden Fragen ab.
Möchten Sie sich vorab einen Überblick über die verschiedenen Sicherheitsschuhe verschaffen? Besuchen Sie emmasafetyfootwear.com und klicken Sie auf „Kollektion“. Dort finden Sie eine Übersicht aller Sicherheitsnormen.
Frage 2: Wie sicher ist der Untergrund?
Viele Arbeitsunfälle entstehen nicht durch herabfallende Gegenstände, sondern durch Ausrutschen. Deshalb ist es wichtig, den Untergrund Ihrer Arbeitsumgebung genau zu analysieren.
Stellen Sie sich folgende Fragen:
- Ist der Boden rutschig oder kann er rutschig werden?
- Gibt es Wasser, Öl, Fett oder andere Flüssigkeiten auf dem Boden?
- Wird auf Schrägen, Laderampen oder Leitern gearbeitet?
Was bedeutet das für den Schuh?
- Bei Rutschgefahr ist Rutschhemmung eine essenzielle Klassifizierung. Schuhe mit hoher Rutschfestigkeit (SR) bieten nachweislich besseren Halt auf glatten Untergründen.
- Wird regelmäßig auf Leitern gearbeitet, ist zusätzliche Stabilität wichtig. In diesem Fall ist Leitergriff (LG) eine sinnvolle zusätzliche Klassifizierung.
Welche Sicherheitsschuhe passen dazu?
Rutschhemmung und Leitergriff sind Zusatzklassifizierungen und werden immer mit der passenden Sicherheitsnorm kombiniert. In der Praxis bedeutet das häufig:
- Sicherheitsschuhe mit SR – unabhängig von der S-Sicherheitsnorm
- Zusätzliche LG bei regelmäßigem Arbeiten auf Leitern oder in der Höhe
TOP 3 SCHUHE FÜR DIESE KLASSIFIZIERUNGEN
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Frage 3: Wird in feuchten, nassen oder extremen Bedingungen gearbeitet?
Nicht jede feuchte Arbeitsumgebung erfordert den gleichen Schutz. Es ist wichtig, zwischen gelegentlicher Feuchtigkeit und dauerhaft nassen Bedingungen zu unterscheiden.
Stellen Sie sich folgende Fragen:
- Kommt der Schuh gelegentlich mit Feuchtigkeit oder Spritzwasser in Kontakt?
- Wird über längere Zeit in Regen, nassem Gras oder Pfützen gearbeitet?
- Wird auf heißen oder kalten Untergründen gearbeitet?
Was bedeutet das für den Schuh?
- Bei gelegentlicher Feuchtigkeit reicht oft ein wasserabweisendes Obermaterial aus. Dadurch wird verhindert, dass der Schuh schnell durchnässt.
- Bei dauerhaft nassen Bedingungen ist das nicht ausreichend. Dann ist vollständig wasserdichtes Schuhwerk (WR) notwendig, um trockene Füße zu gewährleisten.
- Auch Temperatureinflüsse spielen eine Rolle. Heiße Untergründe erfordern eine hitzebeständige Laufsohle (HRO) oder Hitzeisolierung (HI). Kalte Untergründe hingegen erfordern Kälteisolierung (CI).
Welche Sicherheitsschuhe passen dazu?
- S2 – für feuchte Innenbereiche ohne Durchtrittsrisiko
- S3 / S3S – für Außenarbeiten und wechselnde Bedingungen
- Zusätzliche Klassifizierungen wie WR, HRO, HI oder CI je nach Situation
TOP 3 SCHUHE FÜR DIESE SICHERHEITSNORMEN UND KLASSIFIZIERUNGEN
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Frage 4: Spielen Öl, Kraftstoffe oder Chemikalien eine Rolle?
In vielen industriellen Arbeitsumgebungen sind Böden mit Öl, Kraftstoffen oder anderen Stoffen verunreinigt.
Stellen Sie sich folgende Fragen:
- Besteht die Gefahr von Öl- oder Kraftstoffverschüttungen?
- Wird in einer industriellen oder chemischen Umgebung gearbeitet?
Was bedeutet das für den Schuh?
- In diesen Situationen ist eine öl- und kraftstoffbeständige Laufsohle (FO) wichtig. Sie verhindert Materialschäden und erhält die Rutschfestigkeit auf verschmutzten Böden.
Welche Sicherheitsschuhe passen dazu?
FO ist eine zusätzliche Klassifizierung, die mit dem zuvor gewählten Schutz und der Sicherheitsnorm kombiniert wird.
TOP 3 SCHUHE FÜR DIESE KLASSIFIZIERUNG
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Frage 5: Gibt es Anforderungen an elektrische Eigenschaften?
In manchen Arbeitsumgebungen spielt elektrostatische Entladung eine Rolle.
Stellen Sie sich folgende Fragen:
- Wird mit empfindlicher Elektronik gearbeitet?
- Gibt es Anforderungen zur Vermeidung elektrostatischer Entladungen?
Was bedeutet das für den Schuh?
- In vielen Fällen reicht antistatisches Schuhwerk (A) aus. Es leitet statische Elektrizität ab und verhindert vor allem Stromschläge für den Träger.
- Wird in ESD-sensiblen Umgebungen wie Reinräumen oder Montagebereichen gearbeitet, ist ESD-zertifiziertes Schuhwerk erforderlich. Dieses leitet statische Elektrizität kontrolliert und deutlich schneller ab und schützt so sowohl den Träger als auch empfindliche Elektronik.
Welche Sicherheitsschuhe passen dazu?
- Sicherheitsschuhe mit A für allgemeine Anwendungen
- ESD-Schuhe für spezielle elektronische Umgebungen
TOP 3 SCHUHE FÜR DIESE KLASSIFIZIERUNGEN
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Metallfreie Sicherheitsschuhe
Bei Arbeiten in der Nähe elektrischer Installationen kann Metall ein zusätzliches Risiko darstellen. Metallfreie Schuhe leiten keinen Strom und sind daher ideal für Arbeitsumgebungen mit elektrostatischer Entladung.
Auch in kälteren Arbeitsumgebungen – etwa im Außenbereich oder in gekühlten Räumen – sind metallfreie Sicherheitsschuhe besonders angenehm. Da sie keine Kälte leiten, bleiben die Füße oft wärmer und fühlen sich beim Arbeiten komfortabler an.
Wichtig zu wissen: Metallfreie Sicherheitsschuhe sind genauso sicher wie Schuhe mit Metall, solange sie den europäischen Sicherheitsnormen entsprechen.
Mehr über metallfreie Sicherheitsschuhe erfahren
TOP 3 METAL-FREE SAFETY SHOES
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Von Antworten zur Entscheidung: so wählen Sie den richtigen Sicherheitsschuh
- Führt Frage 1 zu Aufprall- und Durchtrittsrisiken in einer trockenen Umgebung, ist häufig S1P/S1PS geeignet (ergänzt um SR bei rutschigem Boden).
- Kommen Feuchtigkeit oder schwere Außenbedingungen hinzu, verschiebt sich die Wahl meist in Richtung S3/S3S (WR ist relevant bei dauerhaft nassen Arbeiten).
- Ist keine Schutzkappe erforderlich, aber Grip und Wasserabweisung sind wichtig, sind O2/O3-Modelle mit SR oft die richtige Wahl.
Wenn Sie am Ende sowohl eine passende Sicherheitsnorm als auch die richtigen Klassifizierungen gewählt haben, ist Ihre Entscheidung logisch und gut begründet.
Wie man diese Risikobewertung verwendet
Den richtigen Sicherheitsschuh wählen Sie, indem Sie die richtigen Fragen zum Arbeitsplatz stellen. Schritt für Schritt wird klar, welcher Schutz erforderlich ist.
Indem Sie zuerst die Risiken am Arbeitsplatz analysieren, treffen Sie eine gezieltere Wahl. Das verhindert Über- oder Unterabsicherung und trägt zu einem Sicherheitsschuh bei, der nicht nur sicher, sondern auch komfortabel und langlebig ist.
